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Megapeinlich: 10 Tage, ZWEI Corvette C7 Recalls!

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Nach dem konzerneigenen Verständnis, sind Corvette und Camaro die beiden Top-Fahrzeugmodelle, die wie Leuchttürme die weitere GM-Produktpalette überstrahlen und die Marke Chevrolet sozusagen als Standartenträger repräsentieren sollen. Da lassen drei verschiedene Recalls, allein zwei für die Corvette C7 Stingray und ein weiterer für den Camaro, allerdings nichts Gutes ahnen, wie so ein Chevrolet heutzutage zusammengeschustert wird…


Schlimm genug, dass General Motors die unfaßbare Menge von ZWANZIG MILLIONEN FAHRZEUGE weltweit wegen Teils erheblicher Fertigungsmängel zurückrufen muss. Und in dieser Schwemme kommen nun Recalls von über 392.000 Pickups und der beiden Imageträger C7 sowie Camaro daher.

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Beim Camaro ist das Zündschloss fehlerhaft ausgelegt, da drei Großgewachsenen US-Bürger während der Fahrt mit dem rechten Knie versehentlich den Zündschlüssel in die „Aus“-Stellung bewegten und dann verunfallten, weil nicht nur der Motor ausging, sondern auch Servolenkung, Servobremse und Airbag damit ausgeschaltet waren. Über 500.000 Camaros weltweit mussten deshalb in die Werkstätten zurückgerufen werden.

Auch bei der C7 handelt es sich sicherheitsrelevante Vorkomnisse, in einem Fall endete das wohl auch mit Unfallfolge. Es begann vor rund zehn Tagen mit dem Rückruf von jenen 712 Versionen der C7, die mit Competition Sportsitzen ausgeliefert wurden. Hier besteht die Gefahr, dass der Airbag auf der Beifahreseite bei einem Unfall potenziell nicht auslösen würde, sollte ein Kind dort Platz genommen haben. Offenbar ein Problem mit der Gelmatte im Sitzkissen, die nicht für das geringere Gewicht eines Kindes ausgelegt ist. Angeblich muss sogar der Airbag ersetzt werden und bis zu dieser Maßnahme bittet GM seine Kunden keine Kinder in der C7 mitfahren zu lassen…

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Der neuste, zweite C7-Recall ist noch ernster, denn nicht die passive Sicherheit ist in Frage gestellt, sondern die aktive Sicherheit der Insassen! Verlautbarungen, die GM zum Thema „C7-Hinterachse“ herausgibt, sind offenbar von Anwälten formuliert, nicht von Technikern. Man begründet zwar den Recall, geht aber weder ins Detail zu den technische Ursachen, noch wird vom Auftreten und Erkennen von Problemen berichtet. Insgesamt eine Art und Weise, die das „neue“ General Motors-Zeitalter, so die Sprachregelung von CEO Mary Barra, doch angeblich nicht mehr an den Tag legen wollte.

Während sich die offizielle Darstellung so liest, als seien Schweißpunkte an den hinteren Stoßdämpfern – also Zulieferteile – unzureichend verarbeitet, handelt es sich in der Tat um fehlerhafte Bestandteile des Alurahmens im Bereich der oberen Anlenkpunkte der Hinterachse. Folglich keine Bagatelle, die man mal eben beim Händler an der Ecke wird beseitigen lassen können. Kein Aluchassis lässt sich mal eben so nachschweißen! Wer das behauptet, belügt seine Kunden vorsätzlich!

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Es wird interessant sein zu verfolgen, wie GM diese Riesenblamage zu kaschieren gedenkt. Denn ein offener, fairer und verantwortlicher Umgang mit diesem doch sehr ernsten Problem, ist ja ganz augenscheinlich nicht angedacht.

Wie also ist GM überhaupt auf dieses Problem gestossen? Sugeriert wird, dass sich in der Fertigung an den Tagen 23.,24. und 25. April 2014 ein Fertigungsproblem ergab, dass für diese Fehler verantwortlich sei. Allerdings macht mittlerweile das Gerücht hartnäckig die Runde, dass es einen Zwischenfall – oder gar Unfall – gegeben haben muss, bei dem die Hinterhand einer C7 mal eben kollabierte. Das Auto wurde dem nicht mehr gar so glücklichen Eigentümer abgekauft. Offenbar zu seinem SEHR guten Preis – im Gegenzug zu entsprechender Diskretion des Geschädigten…

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GM beschönigt zudem den Umfang des Problems, angeblich seien nur 33 Fahrzeuge betroffen. Die Wahrheit sieht wohl eher so aus, dass ALLE 1.939 bis dahin produzierten C7en zumindest im Verdacht stehen auf ähnlich schlampig zusammengefrickelte Aluchassis zu stehen, genau weiß das GM gar nicht zu beantworten. Die genannten 33 Exemplare sind allein jene, die nach Kanada verkauft wurden. Von den 82 Exemplaren, die nach Übersee gingen, ist offiziell nicht einmal die Rede, sie sind aber allesamt betroffen, da sie aus demselben Fertigungskontingent stammen. Und zwar unabhängig von Fahrwerksvarianten. Sowohl „Soft Ride“, „Sport“ als auch die „Magnetic Selective Ride Control“-Ausführung sind allesamt betroffen.

Wer nun glaubt, dass mit dem „Wiedergutmachen“ ja alles in Ordnung sei und GM ja nur veranwortungsvoll seinen Verpflichtungen nachginge, der übersieht einerseits, dass dies noch immer nur der Gipfel des Eisbergs der Qualitsmängel sein dürfte. Wer seine eigene C7 zur Chevy-Fachwerkstatt bringt, wird sich wohl in Geduld über müssen, denn dort stehen bereits alle anderen Chevrolet-Modelle – von durch andere Rückrufaktionen aufgeschreckten Kunden – und die schiere Menge wird für lange Wartezeiten sorgen. Die Alternative: Man fährt eben weiter – und wartet auf den potenziellen Crash…

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3 Antworten

  1. Jogi

    Na Hallo,
    Ein nachschweissen der Aluminium Struktur ist , wenn überhaupt, nur im ausgebauten Zustand möglich.
    Das bedeutet dass Fahrzeug komplett zerlegen!
    Na die GM Werkstatt, auch in Deutschland, ach ja noch die Importeure, möchte ich sehen bei dieser Aufgabe.
    Fazit:
    Eine Corvette C7 ist eigentlich unverkäuflich bis zum Heutigen Tage, bis GM den Mangel beseitigt hat.
    … und dann.. kommt der Nächste!!
    Mal sehen,, was mit der neuen achtgang Automatic noch auf den Käufer zukommt.

    3. Juli 2014 um 00:34

  2. Gilt das Problem mit dem fehlerhaften Alurahmen jetzt „nur“ für die C 7 oder auch für Vorgängermodelle? Das würde ja bedeuten, dass man zumindest die C 7 erst einmal gar nicht fahren sollte. Da frage ich mich auch, wie GM das bei allen Fahrzeugen zeitnah wieder reparieren möchte, wenn dafür wirklich ein kompletter Ausbau nötig ist. Ich hatte mich schon erkundigt, ob man eine C 7 mal für ein paar Stunden leasen kann, aber nachdem ich das lese, bin ich da schon etwas zögerlich. Wenn es bei der C 6 keine bekannten Probleme gibt, würde ich mich dann wohl eher dafür entscheiden.

    8. Oktober 2014 um 01:47

    • MAB

      Qualitätsschwankungen (woanders nennt man das „Montagsautos“) gab es bei GM schon immer. Vor allem wenn ein neues Modell aufgelegt wurde, häuften sich bei denen schon immer die Problemchen. Aber die Probleme bei der C7 sind erheblich und häufen sich nun in einem grotesken Maße quer durch die gesamte Fertigung. Die Basis-C6 ist solide, bei der C6 Z06 gab es mal defekte Ventile und bei voller Fahrt abgerissene Dachhäute. Aber , wie gesagt, im Sinne wohl von sogenannten „Montagsautos“.

      8. Oktober 2014 um 12:41

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