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Corvette-Preise: Ein Hauch von Abzocke

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Nun hat GM also den Verkaufspreis der Corvette Stingray für den deutschen Markt bekanntgegeben. Und während die Online-Portale der sogenannten Fachpresse das „preiswerte“ Angebot feiern, frage ich mich, wie Chevrolet Deutschland einen Aufpreis von über € 27.000 erklären will…


Bedenkt man, in welcher Preisliga schon die C6 hierzulande lag, die mit einem Basispreis von € 65.290 in meinen Augen – gegenüber dem Listenpreis in den USA – bereits den Tatbestand der Abzocke erfüllte, schlägt die Preisgestaltung der C7 mit Übergewicht, ihrem fragwürdigen Design und dem empfohlenen Verkaufspreis von „nur“ € 69.990 dem Fass nun wirklich den Boden aus.

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Auch wenn von der Fachpresse gern der Vergleich zu deutlich hochpreisigeren Sportwagen bemüht wird und die Corvette als preiswerte Alternative in diesem Segment angepreist wird, Tatsache ist, dass die Corvette von je her – gegenüber dem Preisniveau des US-amerikanischen Marktes – hierzulande völlig überteuert angeboten wurde. Und bei der C7 wird nun sogar noch ordentlich aufgeschlagen.

In den USA wird die Corvette Stingray derzeit bei den Händlern ab US$ 51.995 angeboten, bei derzeitigem Dollarkurs also für rund € 38.800. Die gewaltige Preisdifferenz zwischen US-Basispreis und dem empfohlenen Verkaufspreis hierzulande von € 31,190 muss man aber relativieren.

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In Europa wird die Corvette Stingray schon in der Basisausstattung mit der Z51-Ausstattung, dem elektronischen Fahrwerk sowie der Traktionskontrolle und einer Sportauspuffanlage (angeblich 5 Mehr-PS) ausgeliefert. Nicht zuletzt deshalb, weil die übliche Autobahn-Bolzerei und der direkte Vergleich mit Segment-Konkurrenten eben einiges mehr erfordern, als die US-Basisversion hergibt. Zudem unverzichtbar: Die – gern verschwiegenen – Ölkühler für Motor und Getriebe, ohne die jede Menge Vollgasschäden auf der Autobahn zu erwarten wären.

Eine Corvette Stingray kostet in den Staaten in der Basis US$ 51.995 und die vorgenannten Ausstattungsmerkmale bedeuten dort einen Mehrpreis von insgesamt US$ 5.490. Daraus ergibt sich ein US-Händlerpreis von US$ 57.485 – also € 42.925! Während in den USA die Basis-Corvette C7 US$ 1.400 (€ 1.045) teurer als die Basis-C6 ausfällt, liegt die Differenz in Deutschland von C6 zu C7 dagegen bei sagenhaften € 3.040 !

Mit anderen Worten: Sage und schreibe € 27.065 will Chevrolet Deutschland am Corvette-Neuwagen-Käufer hierzulande ÜBER DIE ÜBLICHE HANDELSMARGE HINAUS verdienen !

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Nein, die Transportkosten aus den Staaten rechtfertigen das definitiv nicht, denn im US-Basispreis ist die Auslieferung von der Fertigungsstätte in Bowling Green zum Händler in der hintersten Ecke der USA von US$ 995 (€ 743) schon inbegriffen. Und die Transportkosten von der Ostküste nach Europa haben sich definitiv nicht verdoppelt.

Eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund für eine Preiserhöhung, denn die EU-Einführung ist über die Niederlande neuerdings günstiger als noch im Vorjahr und auch die Umbauten bei der Beleuchtung sind dank LEDs mittlerweile ein Sache von Kleingeld.

Dem gegenüber steht ein löchriges Händlernetz, das von vereinzelten Opel-Werkstätten mit minderen V8-Kenntnissen bis hin zu weithin bekannte Apotheken mit Werkstatt-Preisen auf Ferrari-Niveau reicht – was übrigens nicht unbedingt heißt, dass man dort dafür mehr Kompetenz an den Tag legt…

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Am durchweg hohen Qualitätsniveau der Bowling Green-Produkte kann es auch nicht liegen, Stichwort bei voller Fahrt abgerissene Dachhäute, LS7-Ventilsitzschäden und generell eher unerfreulichen Geschichten über schleppende Garantie-Abwicklungen und Teileversorgung machen nach wie vor hartnäckig die Runde.

Nochmal: Was hat Chevrolet Deutschland in letzter Zeit für den zahlenden Kunden getan, dass man glaubt sich herausnehmen zu können, über € 27.000 Aufpreis gegenüber dem US-Angebot zu verlangen? Soweit mir bekannt ist: REIN GAR NICHTS!

Wer € 70.000 Budget zur Verfügung hat, lädt die Herzallerliebste zu einem 5-Sterne-Trip in die Staaten ein, fasst beim einem Ostküsten-Händler seinen Stingray-Neuwagen in der vorgenannten Version aus, cruist eine Woche mit der besseren Hälfte und der Neuanschaffung von Shopping Mall zu Outlet und zurück, lässt die erste Wartung vor Ort vornehmen, verschifft die Neuanschaffung anschließend nach Amsterdam (günstigere EU-Versteuerung) und lässt dann die minimalen EU-Umrüstung der Beleuchtung nach Eintreffen hierzulande vornehmen.

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Nach dem Eintreffen und Zulassen in der Heimat bleibt am Ende vielleicht sogar noch genug Profit hängen, um einen Opel Adam als Zweitwagen zu kaufen und damit der vergewaltigten GM-Tochter Opel auch etwas Gutes zu gönnen…

Aus meiner ganz persönlichen Sicht: Die Corvette Stingray mag einen schönen Namen tragen, doch dieses Auto spricht optisch einfach nicht an. Die C7 weist einfach NICHTS auf, was ich mit einer Corvette verbinde. Und ein auf vier Pötten vor sich hin spotzender, bei langsamer Fahrt übel kastriert klingender V8 ist auch akustisch schon gar nicht das, was ich als Corvette-Feeling empfinde. Anschaffung indiskutabel, hüben wie drüben.

Ich bleibe dabei: Es ist Schnäppchen-Zeit, C6-Neuwagen gibt es jetzt zum Preis von 2008. Und zwar vor allem, aber nicht nur in den USA!

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2 Antworten

  1. henry

    Hall zusammen,
    ich weis nicht ganz genau wo ihr die Zahlen herhabt aber da stimmt was nicht so richtig mit eurem Preisvergleich USA- DE.
    Ich lebe in den USA und meine C7 Coupe Z51 mit der gleichen Ausstattung wie die in DE hat 66.8020 Dollar netto (ohne US MwSt) gekostet. Umgerechnet ca. 49.200 € plus 10% EU-Zoll 4920,00 € plus 19% MwSt 9348,00 sind das zusammen 63.470,00 € das macht eine Unterschied von ca. 6500 € Zieh da nochmal Transport und Versicherung ab da bist du bei ca. 4500,00 €. Da in Bowling Green fast alle Z51 Fahrwerke in die EU-Version eingebaut werden ist die Wartezeit für eine Z51 hier in USA z.Z. 6 bis 12 Mon. wenn dann irgendwo in USA eine beim Händler auftaucht zahlen Corvettisti hier gerne mal 3000 bis 5000 US $ über dem Nettopreis. Übrigens die Idee mit dem rüberfliegen und hier eine C7 kaufen hört sich zwar gut an, ich kann aber sagen dass es leider nicht funktioniert, alle Händler in USA verkaufen nur an Käufer mit echter US Adresse, US Führerschein US Konto und guter US Kreditauskunft. Jeder Händler der das nicht macht verliert sofort seine GM Lizenz.

    4. Januar 2014 um 22:11

    • MAB

      Selbstvertändlich ist bei der Rechnung ein Bundesstaat zu Grunde gelegt, wo tax refund beim Export möglich ist.

      Die Preisangaben stammen von GM bzw. Chevrolet Europe zur Zeit des Beitrages. Ob die mittlerweile korrigieert wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe das schon allein deshalb nicht mehr weiter verfolgt, weil mich das Auto nicht die Bohne interessiert.

      Gruß
      Mario

      4. Januar 2014 um 23:05

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