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Alles nur geklaut (3)

2014-corvette-vent
Eines der auffälligsten Designelemente der neuen Corvette Stingray ist diese klaffenden Wunde zwischen Vorderrad und Tür. So mutet dieser zur keiner Linienführung oder Kontur der C7-Karosserie passende und völlig überdimensionerte Entlüftungsschlitz zumindest. Noch ein Merkmal, das von den stilistischen Erkennungsmerkmalen der Corvette völlig abweicht – und bei anderen Autoherstellern abgeguckt wurde.


Vertikale Entlüftungschlitze zwischen Vorderrad und Türausschnitt, im Designer-Jargon „Gills“ und populär „Vents“ genannt, sind mittlerweile seit über 50 Jahren Teil des Erscheinungsbildes der Corvette, nämlich seit dem Restyling der allerersten Generation der US-Sporwagenlegende Ende der fünfziger Jahre.

Corvette_Fender_Vents
In den weiteren Evolutionsstufen wurden daraus vertikale Öffnungen und dann – bei der C3 und C4 – Kiemen. Ab der fünften Generation Ende Neunziger wurde daraus dann wieder eine einzige vertikale, nun aber organisch anmutende Entlüftungsöffnung, was bei der C6 – wenn auch größer – mit einem Schlitz seine Fortsetzung fand. Ausnahme bleibt die C6 ZR1, die zweigeteilte vertikale Entlüftungsschlitze als Erkennungsmerkmal hat.

Auch wenn die immer größeren und leistungsstärkeren Triebwerke mehr Hitze produzierten und größere Entlüftungsschlitze für eine gesündere Motorraum-Temperatur sorgten, so waren diese „Vents“ natürlich auch typische Design-Elemente jeder bisher gebauten Corvette, die sich stets harmonisch in das Gesamtbild einfügten und tunlichst unterhalb der Lichtbrechkante („A-Line“) begannen und oberhalb der Schwellerleiste („Sill“) endeten.

Miscellaneous_Vents
Dann kam die C7 und plötzlich „ziert“ ein „Gill“ fast die gesamte Flanke des vorderen Kotflügels, zerstört den homogenen Verlauf der „A-Line“ völlig. Wie ein Fremdkörper steht diese Öffnung in keiner Relation zu den Konturen, stellt keine Fortsetzung irgendeiner Linie an diesem Auto dar und nicht einmal zur Radhausöffnung besteht eine ästhetisch nachvollziehbare Tangente. Mehr noch, diesem Designelement fehlt die Einzigartigkeit, weil es eben in einem sehr ähnlichen Winkel – wenn auch ohne tatsächliche Öffnung – seit zwei Jahren beim BMW M6 zu finden ist, und als tatsächlicher „Vent“ bei Porsche Panamera und Nissan GT-R (von links nach rechts abgebildet) seit Jahren als Stilmittel Anwendung findet. Ein grotesker Fehler, ein eigenständiges Merkmal zu Gunsten geklauter Stilelemente zu opfern. Nur einer von vielen Stilfehlern, die an der C7 begangen wurden.

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Eine Antwort

  1. sehr gut beobachtet.. nice!

    29. Januar 2013 um 00:23

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