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Vize im ADAC Mauschel-Masters


Als Tabellenleader und Titelverteidiger zum Saisonfinale in Hockenheim angereist, vom Veranstalter mit einer kurzfristigen und nicht nachvollziehbaren Leistungsreduzierung in der Titelentsscheidung gezielt benachteiligt, am Samstag von einem Kontrahenten abgeschossen und dennoch im Titelrennen verblieben, dafür am Sonntag von einem Amateur gegen Rennende endgültig um den Meistertitel gebracht, so könnte man das vergangene Wochenende von Callaway Competition zusammenfassen.


Bereits die unbotsmäßige Änderung der Fahrzeugeinstufung durch den DMSB (Deutscher Motorsport Bund, die höchste nationale Instanz) vor dem alles entscheidenden Finale, um die teuren GT3-Boliden von der Stange deutscher Hersteller zu bevorzugen, wurden ausgerechnet jene beiden Rennställe eingebremst, die im wahrsten Sinne des Reglements ihre Rennwagen von Straßenautos ausgehend aufgebaut haben, nämlich neben der Callaway Corvette auch der BMW Alpina.

Während beide mit noch kleineren Luftmengenbegrenzer um das Drehmoment ihrer Motoren gebracht wurden, bekam die Konkurrenz von Porsche und Mercedes weniger Gewicht respektive mehr Leistung zugestanden.

Das Rennen am Samstag endete schon nach wenigen Metern durch eine unverschuldete Kollision, der Titel schien da schon verloren. Weil aber der BMW Alpina chancenlos war, und sowohl beim führenden Spätzlekocher und dem drittplatzierten Mercedes SLS hinten links die Yokohama-Reifen –  wegen zu agressiver Fahrwerks-Abstimmung – in den letzten zehn Minuten zerfledderten, waren alle Titelanwärter aus dem Rennen und damit hatten Daniel Keilwitz und Diego Alessi plötzlich wieder Chancen auf den Titelgewinn.

Die Kombination aus geringerer Leistung in Verbindung mit einem Erfolgsballast von 50 kg nach einem Sieg und einem zweiten Platz beim vorletzten Rennwochenende auf dem Nürburgring hatte das Unterfangen Meistertitel schwierig gestaltet.Durch en Ausfall würde man für den Sonntag wieder Ballast ausladen können.


Doch hinter verschlossenen Türen holten die Entscheider von DMSB und ADAC bereits zum Dolchstoss gegen den Sport aus: Den Porsche- und Mercedes-Teams wollte man beim Fahrerwechsel auch den Wechsel des linken Hinterreifens – angeblich aus Sicherheitsgründen – erlauben.

Es ist traurig genug, dass sich die oberste Instanz im deutschen Motorsport zu solchen Bananenrepublik-Methoden hinreissen lässt, um zwei schwäbischen Autoherstellern zu schmeicheln. Wie man hört, hat dann aber ein bayrischer Hersteller, dessen Auto das Samstagsrennen gewann und wie die Mehrzahl der Teilnehmer ohne Reifenpanne durchkam, diesem Treiben ein Ende gesetzt, das Reglement wurde letztlich doch nicht zu Gunsten der vorgenannten schwäbischen Erzeugnisse verbogen.

Auch am Sonntag zeigte sich bald, dass der DMSB, der für die Fahrzeugeinstufung verantwortlich ist, durch die kurzfristige und in keiner Weise nachvollziehbare Änderung der Restriktoren die Titelkandidaten, die am Nürburgring noch im Zehntelsekundenbereich auseinander lagen, um über eine Sekunde pro Runde auseinander zu reißen. Erneut fuhren gleich drei Spätzlekocher vorne weg, gefolgt von zwei SLS.

Daniel Keilwitz fuhr einen sehr guten ersten Stint, hielt gut den Anschluss. Diego Alessi setzte diese Arbeit fort und schonte – auf Platz 6 – die Reifen für einen Schlussangriff. Die letzten zehn Minuten wurden heiß, denn nun lag der Mercedes von Maxilian Götz und Sebastian Asch in Führung, Alessi musste Dritter werden, um den Titel zu sichern. In einem brillanten Manöver ging der Italiener in der Spitzkehre gleich an zwei Konkurrenten vorbei und nutzte in der viertletzten Runde die Chance wahr, als vor ihm der drittplatzierte Sven Dolenc die Innenspur wie ein Scheunentor offen liess, nur um dann zuzumachen, als Alessi innen durchging.

Das Gerangel, bei dem Dolenc, der ähnlich stümperhaft seinen Spätzlekocher-Markenkollegen um jede Titelchance gebracht hatte, warf Alessi nicht nur auf den vierten Platz zurück, er bekam auch noch eine Zeitstrafe aufgebrummt. Damit war der Meistertitel futsch, der Vizetitel ist unter diesen Umständen noch mehr, als man erhoffen durfte.


Andy Bovensiepen, Mitinhaber der Firma Alpina und Teamchef der Mannschaft der Vorjahres-Meister, hat bereits die Konsequenzen gezogen und angekündigt, dass es keinen werksseitigen Einsatz von Alpina in der deutschen Sportwagenserie geben wird. Es würde nicht überraschen, wenn Ernst Wöhr und Giovanni Ciccone ebenfalls aussteigen. Dann verliert die Serie auf einen Schlag ein halbes Dutzend Autos.

Aber diese Lücke sollen ohnehin Werskteams deutscher Automobilhersteller füllen. Und damit ist den Mauscheleien à la DTM Tür und Tor geöffnet. Einen unverblümten Vorgeschmack haben wir in Hockenheim bereits verabreicht bekommen.

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4 Antworten

  1. Robert Dubler

    Einfache Erklärung: Deutscher Motorsport 😦

    2. Oktober 2012 um 13:20

  2. Dana Wöhr-Brüsewitz

    Mich würde es nicht verwundern, wenn genau dies passiert. So macht es keinen Spaß… weder für die Teams die um ihren wohl verdienten Erfolg kommen, noch für den Zuschauer.
    Der sich um ein spannendes und gerechtes Rennen gebracht fühlt.
    Und wieder werden die gepusht, die es doch eigentlich nicht nötig haben dürften.
    Kapital bis zum Anschlag und dann muss doch nachgeholfen werden. Die einzige interessante Rennsportserie, wird nun auch von Profilneurotikern, auf die Abschussbahn geschickt.
    Der Zuschauer hat ein Recht, auf einen ehrlich geführten Kampf, um die Punkte und den Titel.
    Er ist nicht so dumm und sieht das Gemauschel nicht, das hat nichts mehr mit sportlicher Fairness zu tun.
    Das macht keinen Spaß, weder für die Teams, noch für den Zuschauer.
    Schade… das man so etwas … so kaputt machen muss !!!

    5. Oktober 2012 um 10:18

  3. Roland Schubert

    Sollten solche Entscheidungen zum „Wohle“ des Motorsportes Schule machen,

    dann „Gute Nacht“ Motorsport in Deutschland!!!

    Ein sehr enttäuschter Fan.

    15. Oktober 2012 um 17:08

    • MAB

      Das Schlimme ist, dass man früher mit solchen Machenschaften wenigstens halbwegs elegant im Hintergrund agierte. Heute wir ganz offen gesagt, dass man „die Werke“ in die Rennserie holen will, die kleinen privaten Rennstalle also um den Lohn ihrer Arbeit gebracht werden…

      18. Oktober 2012 um 23:33

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