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Corvette-Branding: Das steckt dahinter


Vor ein paar Tagen postete ich, dass GM erwägt, den bisheringen Produktnamen Corvette zu einer eigenständigen Marke im Konzern zu erheben. Berechtigte Frage: Warum sollte GM das tun? Sicher nicht aus einer Laune heraus, es könnte vielmehr pure Notwendigkeit werden.


Nach dieser angedachten Konstellation bleibe Chevrolet die volkstümliche Marke, die als „Global Player“ vom Aveo bis zum – dann – Spitzenmodell Camaro das gesamte Portfolio an Fahrzeugen führen würde. Die Nischen füllen für GM die Marken Buick als die etwas elegantere, konservative Marke, Cadillac die Premium-Marke und Corvette würde als die betont sportliche Marke des Hauses platziert.

OK, aber warum eine eigenständige sportliche Marke, wenn sich die Corvette unter dem Chevy-Schirm bisher auch gut verkaufte? Die Zeitbombe tickt in Australien, wo GM mit Holden historisch einen der beiden einheimischen Autohersteller – neben Ford Australien – betreibt. Allerdings werkelt Holden seit Jahren im Minus. Um das Werk zu stützen, wurden in der Vergangenheit Autos wie die Sechsliter-Commodore-limousine in den USA als Pontiac G8 und das Siebenliter-Coupé Holden Monaro als Pontiac GTO – und dann GPX – verkauft. Doch mit dem Tod der Marke in 2010 fiel auch dieser Absatzkanal weg. Ohne die USA als Absatzmarkt, musste der Monaro gar eingestellt werden.


Jetzt soll Holden – zum zweiten Mal – mit öffentlichen Geldern gestützt werden. Nachdem GM laut nachgedacht hatte, künftig jegliche Fahrzeug-Produktion in Australien einzustellen und nur noch importierte Opel, Daewoo und Chevys mit Holden-Logos zu bekleben und über das bestehende Händlernetz in Australien und Neuseeland zu verkaufen, war die australische Regierung plötzlich hellwach. Das Zusammenbrechen der Hälfte der australischen Autobauer-Kultur, aber vor allem den Verlust von 4.500 Arbeitsplätzen, gilt es natürlich zu verhindern. Und so offerierte der Statt eine Subvention, man spricht von 200 Millionen australischen Dollars – in etwa 162 Millionen Euro.

Bei der erste Subvention hatten die GM-Häuptlinge allerdings dem australischen Staat 149 Millionen aus der Tasche gezogen, angeblich um ein bestimmtes Werk auf die Produktion des Cruze umzustellen. Am Ende schloss man aber stattdessen ein anderes Werk, 600 Stellen wurden abgebaut und der Cruze stattdessen importiert. Nicht nur die Regierung war sauer auf GM. Diesmal will der Staat daher verbindliche Ziele umgesetzt sehen, also die Rettung von Arbeitsplätzen durch tatsächliche Entwicklung und Produktion neuer Modelle, und hat die Rahmenbedingungen diesmal weitaus präziser formuliert. Welche Produkte da künftig in Australien produziert und weltweit unter dem Corvette-Banner verkauft werden könnten, beleuchte ich morgen einmal genauer.

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