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Was will Chevrolet denn nun eigentlich…?

13. September, Startschuss für die Internationale Automobil Ausstellung 2011. Naja, noch nicht für das breite Publikum, doch zumindest für die Journalisten ist heute schon Arbeitsbeginn in der Messe Frankfurt. Während für Autofans das Betrachten der ausgestellten Fahrzeuge im Vordergrund stehen wird, interessiert Journalisten dagegen eher das Gespräch mit den Entscheidern. Zu dumm, wenn zwischen Industrievertretern und Medienschaffende ein Wall der Inkompetenz die von beiden Seiten erwünschte Kommunikation verhindert…


„Früher war alles besser” jammern die Alten, „uns ging es schon einmal besser” wäre die adäquate General Motors-Variante. Da wundert es nicht, wenn der einst größte Automobil-Konzern der Welt sich nach überstandener Insolvenz vornimmt, die Marke Chevrolet auf dem europäischen Markt solider zu positionieren und auf diesem Weg um das Wohlwollen der Fachjournalisten zu buhlen.

Es wäre ja durchaus interessant, was ein Steve Girsky, Stellvertretender Vorstands-Vorsitzender von General Motors, Wayne Brannon, seines Zeichens oberster Chef von Chevrolet Europe oder etwa GM-Designer Ed Welburn über die Absichten, Ziele und Visionen des Konzerns zu sagen haben. Erhält man als Journalist also eine Einladung zu solchen Gesprächen, sollte man doch meinen, dass es a) etwas interessantes zu kommunizieren gibt und b) sich die GM-Entscheider auch trauen, sich im Rahmen einer Internationalen Automobil Ausstellung den mitunter auch kritischen Fragen von Medienvertretern zu stellen.

Leider aber verpesten sogenannte Kommunikations-Agenturen das durchaus gute Klima zwischen Industrievertretern und Medienschaffenden hie und da mit peinlichen Planungskatastrophen. Einer solchen fiel also auch mein Gespräch mit den vorgenannten Herren kurzfristig zum Opfer. Was GM in Europa mit der Marke Chevrolet eigentlich erreichen will? Keine Ahnung. Es bleibt, soweit ich das beurteilen kann, wohl weiterhin bei den bekannten PR-Phrasen. Denn Antworten gab es keine, brennende Fragen bleiben dafür weiterhin viele in der Schwebe.

Leider muss man sagen, passen solche Vorfälle perfekt ins Bild, das GM im deutschsprachigen Raum in den letzten paar Jahren gezeichnet hat. Statt jedoch um erfolgreich um Sympathien zu werben, tritt man nun bei einer der wichtigsten Automobilmessen der Welt einmal mehr ins Fettnäpfchen. Besteht soviel Handlungs- und Erklärungsbedarf wie bei GM, etwa die schwankenden Qualitätsstandards, die schleppende Erweiterung des Händlernetzes, die teils mangelhafte Qualität der vorhandenen Vertrags-Werkstätten und ein genereller unbefriedigender technischer Kundendienst, dann ist jede weitere Panne auf diesem langen Weg der erfolgreichen Markteroberung nur ein weiterer Schuss in den eigenen, bereits stark lädierten Fuß.

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